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Lass Uns Die Welt Vergessen, Volksoper 1938

VenueVolksoper Wien
CalendarSa. 07 Nov. 2026 - So. 29 Nov. 2026
Inhalt / Details

Die Operette war schon immer eine Flucht aus dem Alltag in eine Traumwelt. Doch was geschieht, wenn die Ereignisse in der Welt so schrecklich sind, dass sie sich nicht länger verdrängen lassen? In den ersten Monaten des Jahres 1938 dringt das aktuelle politische Geschehen während der Proben zur Operette Gruß und Kuss aus der Wachau in die Volksoper ein. Was bewirken Intoleranz, Diskriminierung und Faschismus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksoper?

Im Verlauf der Proben bringt die Machtübernahme der Nationalsozialisten tiefgreifende Veränderungen für die Volksoper mit sich: Entlassungen erfolgen auf allen Ebenen des Hauses. Ein eindringlicher Blick in den Spiegel der Vergangenheit bedeutet zugleich die Auseinandersetzung mit einem schmerzhaften Kapitel der Geschichte der Volksoper. Dem wollen wir uns nicht entziehen. Indem wir die Geschichte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksoper erzählen, bewahren wir die Erinnerung an ALLE Opfer. Gleichzeitig verlieren wir die Taten der Täter nicht aus dem Blick, die sich jederzeit wiederholen könnten, und erinnern auch an die unzähligen Menschen, die ihre Stimme nicht erhoben haben.

 

 

Handlung

An der Wiener Volksoper wird Anfang 1938 die Operette Gruß und Kuss in der Wachaudes Komponisten Jara Beneš geprobt. An der Produktion sind zunächst viele jüdische Künstler beteiligt, etwa der später im KZ ermordete Librettist Fritz Löhner-Beda oder der in die USA geflüchtete Dirigent Kurt Herbert Adler.

Unmittelbar vor dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 werden die jüdischen Sänger ebenso wie die leitenden Verantwortlichen zunehmend unter Druck gesetzt, wobei diese die Veränderungen zunächst nicht ganz so ernst nehmen und sie für vorübergehende Phänomene halten. Anschuldigungen und politische Diskussionen erschwerten die Probenarbeit. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten folgen Entlassungen der jüdischen Künstler, wie beispielsweise der Sängerin Hulda Gerin, sowie politisch Andersdenkender. 

Am Ende sitzt Hugo Wiener in seinem Zufluchtsort Bogotá in Kolumbien am Klavier und singt Im Prater blühen wieder die Bäume.

Ein Schauspiel mit Musik von Theu Boermans und Keren Kargarlitsky

In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

Besetzung

Leitungsteam

Regie, Text & Libretto: Theu Boermans
Bühnenbild: Bernhard Hammer
Kostümbild: Jorine van Beek
Choreografie: Florian Hurler
Lichtdesign: Alex Brok
Video: Arjen Klerkx
Dramaturgie: Peter te Nuyl
Sounddesign: Martin Lukesch
Historische Beratung: Marie-Theres Arnbom

Veranstaltungsort
Volksoper Wien

Öffentliche Verkehrsmittel:

U-Bahnlinie U6
Straßenbahnen 40, 41, 42
Bus 40A
Haltestelle „Währinger Straße / Volksoper“

Ein Taxistandplatz befindet sich am Währinger Gürtel.
Parkgaragen im WIFI und im AKH

 

Die Volksoper ist Wiens großes Haus für Operette, Oper, Musical und Ballett, das anspruchsvolle musikalische Unterhaltung bietet. Farbig, vielschichtig und lebensfroh widmet sie sich als einziges Wiener Haus dem Genre Operette.

Zwischen September und Juni stehen in knapp 300 Aufführungen rund 35 verschiedene Produktionen auf dem Programm des 1.337 Plätze fassenden Repertoiretheaters. Von der „Zauberflöte“ bis zu „Turandot“, vom Musical „My Fair Lady“ bis zum Ballett „Ein Sommernachtstraum“ reicht dabei das Repertoire der Volksoper Wien. Nicht zu vergessen Operettenklassiker wie „Die Fledermaus“, „Die lustige Witwe“, „Die Csárdásfürstin“ oder „Ein Walzertraum“.

Im September 2007 übernahm Burgschauspieler Robert Meyer die Direktion der Volksoper. Nachdem viele seiner Vorgänger das Haus frühzeitig verlassen haben, hat Robert Meyer mit der Zusicherung, er würde ein Langzeitdirektor, das Vertrauen von Publikum, Ensemble und Mitarbeitern gewonnen. Rasch konnte er die Volksoper wieder als das Musiktheater Wiens positionieren, indem Unterhaltung gepaart mit größter künstlerischer Qualität geboten wird.

Bereits im ersten Jahr seiner Direktion gelang es dank seiner Popularität und mit einem ambitionierten Spielplan, Publikumsschichten zurückzugewinnen, die Auslastung zu erhöhen und die Einnahmen zu steigern. Auch auf dem Gebiet der Stammbesucher konnte ein großer Erfolg verbucht werden: Nachdem ein Jahrzehnt lang die Zahl der Abonnenten stetig zurückging, ist sie in diesem Jahr massiv angestiegen. Auch die Zahl der Wahlabonnenten wurde versiebenfacht.

Besonderes Augenmerk legt Meyer in seiner Programmierung auf die Operette, an deren Aufwertung er arbeitet. Daneben zählen Opern des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, klassisches Musical und Ballett zu den Repertoiresäulen der Volksoper. Mit „Volksoper Spezial“ wurde eine 5. Sparte geschaffen, die Soireen, Kabarettistisches und Parodistisches umfasst und die Bedeutung von Schauspieler-Musiktheater an der Volksoper unterstreicht. Neben Schauspielerkollegen aus Burgtheater, Josefstadt und Volkstheater steht Publikumsmagnet Robert Meyer selbst in zahlreichen Vorstellungen auf der Bühne der Volksoper.

Mit einem kinderfreundlichen Programm, Kinder-Workshops, Ermäßigungen, Kinder-Zyklen, Schulprojekten und Führungen wird Kindern der Zugang zur Welt des Musiktheaters erleichtert.

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